Vorwort der Autorin

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Einleitung

Eine starke Dynamik macht das Web zu einem spannenden Ort, der sich ständig neu definiert. Auch abseits von "Spielereien" kann das Web viel beeinflussen:
Jetzt gerade – wo ich diese Zeilen schreibe – ist der neue US-Präsident offiziell den ersten Tag in seinem neuen Amt. Dieser Präsident wird in einschlägigen Kreisen "Präsident 2.0" genannt. Das hat damit zu tun, dass Barack Obamas Wahlkampfstrategen ein "Community-Organizing" mit Hilfe von neuen Technologien betrieben haben, das bislang einzigartig ist. Web 2.0 kann also viel bewirken.

Obamas Team und eine Heerschar von Freiwilligen haben sich Dienste im Web zunutze gemacht, die es bereits gab, und mit ihren eigenen verknüpft. Auf der Startseite dieses Moduls wird das Web als U-Bahn-Karte dargestellt: Es gibt größere und kleinere Stationen und mehr und weniger vernetzte Dienste – aber irgendwie hängen diese neuen Web-Plattformen alle miteinander zusammen und ergänzen sich. Web 2.0 sind also vernetzte Web-Anwendungen.

Längst surft der/die UserIn nicht mehr passiv durch das Netz, sondern hinterlässt seine/ihre Spuren: schreibt Online-Tagebücher, Kommentare in Foren, tauscht Wissen, Videos und Fotos auf diversen Plattformen aus und gestaltet das Netz aktiv mit. Sehr viele UserInnen benutzen heute typische Web-2.0-Anwendungen, ohne sich dessen bewusst zu sein: Das beliebte Online-Lexikon Wikipedia ist beispielsweise eine Site, die von privaten Web-UserInnen befüllt wird. Web 2.0 ist also Technik gepaart mit menschlicher Interaktion.

Weil es im Web so viele Informationsquellen gibt, wird es leicht unübersichtlich. Und weil das so ist, können gezielt Nachrichten abonniert werden. Dabei ist es egal, ob es sich um Nachrichten aus dem beruflichen oder privaten Umfeld (via soziale Netzwerkseiten) oder themenspezifische Nachrichten von Lieblingsmedien handelt. Ich bestelle meine News virtuell und maßgeschneidert (und meist gratis). Web 2.0 ist also individuelle Betreuung.

Stopp! Nein, dieses Skriptum will keine Web-2.0-Werbebroschüre sein. Ich habe mich beim Verfassen bemüht, möglichst neutral und sachlich Inhalte zu erklären und Raum für eine reflektierte Auseinandersetzung zu lassen. Raum für die eigene Meinung. Es gibt immer auch eine Kehrseite: Obige Aussagen könnten auch ersetzt werden durch:

  • Web 2.0 bietet grandiose Möglichkeiten zur Manipulation
  • Web 2.0 raubt die Privatsphäre
  • Web 2.0 ist eine Zeitverschwendungsmaschine
  • Web 2.0 bietet viel „more of the same“

– da sich die UserInnen selbst überlisten und nur sehen, was sie sehen wollen ...

Beide Sichtweisen sind richtig. Es liegt in der eigenen Verantwortung, herauszufinden, was für einen selbst funktioniert. Es ist mir ein Anliegen, das Web nicht einfach in den Himmel zu loben oder vernichtend zu verteufeln, da es stark auf die individuelle Nutzung ankommt. Um dieses Verständnis zu ermöglichen, habe ich einen allgemeinen Überblick zur Entwicklung der Kommunikation und der verschiedenen Anwendungen gegeben. Natürlich nicht vollständig – dafür jedoch einen breiten Überblick. Ich habe vieles mit Zahlen und Daten untermauert, da die Einordnung von Diensten nach ihrer finanziellen Bewertung und den dahinterliegenden Interessen (z.B. Datenmaterial) nicht unwesentlich für das Allgemeinverständnis ist. Ich hoffe, mir ist ein anregender Informations-Mix gelungen und ich freue mich auf Feedback.

Dieses eLearning-Angebot wird von einem Blog begleitet. Dort gepostete Anregungen werden bei allgemeiner Relevanz bei einer Neuauflage des Skriptums und im eLearning-Modul berücksichtigt.


Elke Radhuber
Wien, Jänner 2009



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