Selbstermächtigung

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Beispiel Argentinien: Protest mit Bratpfannen und Töpfen (Cazaroles)

Nachdem den Menschen in Argentinien über Nacht die eigenen Bankkonten gesperrt wurden, waren sie nicht nur töpfeschlagend auf den Straßen, sondern organisierten sich selbst - in Volksküchen, Tauschmärkten und übernahmen als Kooperativen geschlossene Fabriken.

Claudio Katz, Ökonom und Professor an der Universität von Buenos Aires, analysiert in "Argentinien: Öknonomische Krise und die Alternativen" (25k) die wirtschaftliche Lage, die zu den Ereignissen 2001 führten, und umreißt die Perspektiven für eine Lösung im Sinne der abhängig Beschäftigten.


Sozialforen

Die Idee zur Bildung von weltweiten Sozialforen ist als Gegeninitiative zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos entstanden.

Die Sozialforen setzen sich ein für

  • die Schaffung und Einhaltung weltweiter Sozial- und Umweltstandards,
  • andere Formen des Wirtschaftens,
  • Einhaltung von Menschenrechten
  • und weltweiten Frieden.

2001 trafen sich zum ersten Mal globalisierungskritische Menschen und Organisationen in Porto Alegre (Brasilien) zum Weltsozialforum. Die Anzahl der Teilnehmenden stieg von Jahr zu Jahr auf über 100.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. In tausenden Einzelveranstaltungen werden mittlerweile jedes Jahr eine Vielzahl von Themen, die mit Globalisierung und Neoliberalismus in Zusammenhang stehen, behandelt. Auch der ÖGB war bisher jedes Jahr mit einer Delegation vertreten.

Auf Kontinenten, in Regionen und in vielen Ländern der Welt finden seitdem Sozialforen statt. Das erste Österreichische Sozialforum (Austrian Social Forum, ASF) hat 2003 in Hallein, das zweite 2004 in Linz und das dritte 2006 in Graz stattgefunden, www.sozialforum-asf.at.

Alternative Berichterstattung in den Medien

Nachdem die Vielzahl der Medien aufgrund ihrer Abhängigkeit von Werbeeinschaltungen seitens der Wirtschaft sehr einseitig berichten und seichte Berieselung vorziehen, haben sich zahlreiche "alternativen Medien" gebildet. Ihnen eigen ist oftmals das ehrenamtliche Engagement ihrer Medien-Aktivistinnen und -Aktivisten.

Informationen zu haben ist zur Hol-Schuld geworden. Es ist notwendig geworden, eine umfassende Berichterstattung zu verlangen und Informationen aus anderen Quellen zu suchen.

Im deutschsprachigen Raum:

  • Sand im Getriebe (SiG), der Rundbrief der Attac Bewegung
    Nachlese zu vielen in diesem Modul angeführten Themen
    sandimgetriebe.attac.at (Suchfunktion nutzen)
  • Junge Welt, Tageszeitung mit hohem Anteil an Hintergrundberichten und Analysen mit Fokus auf soziale Frage und Krieg
    www.jungewelt.de
  • ZNet Deutschland, ein notwendiger Kontrast zur Berichterstattung der mainstream-Medien
    www.zmag.de

Filmfestivals und internationale Medien

Festivals des globalisierungskritischen Films:

Internationale Medien:

  • Project Censored
    recherchiert und publiziert Fakten, die der Zensur zum Opfer gefallen sind
    www.projectcensored.org (englisch)
  • teleSUR
    Das "erste gegenhegemoniale TV-Kommunikationsprojekt in Südamerika" via Satellit fokussiert auf etwas andere Inhalte wie gesamtamerikanische Freihandelsabkommen FTAA/ALCA, die von Venezuela vorgeschlagene "Bolivarianische Alternative für Amerika" (ALBA) sowie die US-Präsenz und zunehmende Militarisierung Lateinamerikas.
    Raum sollen auch Themen wie Auslandsschulden, Wahlen, Kampf um Wasser, genmanipuliertes Saatgut, Migration und soziale Bewegungen erhalten. In Interviews sollen jene zu Wort kommen, die in kommerziellen Medien keinen Platz finden. Allein die an teleSUR beteiligten Länder haben zusammen 240 Millionen EinwohnerInnen, Lateinamerika insgesamt 520 Millionen.
    www.telesurtv.net (spanisch)

Exkurs Venezuela

Anfang der 1990er Jahre lebte ein Großteil der venezolanischen Bevölkerung in Armut. Neoliberale Regierungen reagierten nach Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Lohnkürzungen und Preissteigerungen, was massiven Widerstand der verarmten Massen auslöste. Immer wieder kam es zu Protesten und Blutvergießen.

Bei den Wahlen 1998 war die Bevölkerung Venezuelas schließlich mehr als bereit für einen Wechsel. Ein Bündnis linker Parteien unter der Führung des Ex-Putschisten Hugo Chávez erlangte in beiden Kammern des Parlaments eine Mehrheit. Bei den einen Monat später stattfindenden Präsidentschaftswahlen erzielte Chávez 57% der Stimmen. In der Folge scheiterte eine Reihe von Versuchen der (von der USA gestützten, Anm. Autorin) Opposition, den populistischen Präsidenten loszuwerden; zuletzt misslang ein Referendum zur Absetzung des Präsidenten im August 2004.

Quelle: Martin Bolkovac: "Die 'bolivarianische Revolution' in Venezuela: Ein Land zwischen Reformprozess und Spaltung", 2005

Trotz des heftigen Gegenwindes folgte vom Jahr 2000 an eine Reformmaßnahme nach der anderen, die von der Mehrheit der venezolanischen Bevölkerung als Erfolge gewertet werden:

aus "Venezuela von unten" von Oliver Ressler & Darius Azzellini, A 2004

Die mainstream-Medien in den USA und in Europa haben Hugo Chávez als "Links-Populisten" klassifiziert.



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