Moderationsablauf

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Eine Moderation gliedert sich immer in mehrere Abschnitte.

  • Vorbereitung
  • Einstieg
  • Themen sammeln
  • Thema auswählen
  • Thema bearbeiten
  • Maßnahmen planen
  • Abschluss

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung einer Moderation

Raum und Sitzordnung

  • Wie viele Räume werden benötigt?
  • Wie groß müssen die Räume sein?
  • Welche Hilfsmittel brauche ich, sind sie vorhanden?
  • Wie viele Pinnwände?

(Tipp: eine Pinnwand für je zwei Teilnehmer oder Teilnehmerinnen und zwei für den Moderator.)

  • Packpapier, Moderationsmaterial, Filzstifte, Klebeband.......

Eines der wichtigsten Elemente für die Moderation ist die Sitzordnung: Die für die Moderation typische Sitzordnung ist die Halbkreis-Form ohne Tische. Jeder kann jeden sehen und eine aktive Teilnahme am Gruppengeschehen wird gefördert. Darüber hinaus ist es jedem Gruppenmitglied möglich, nach vorne zu kommen, etwas zu schreiben oder zu pinnen. bild:Raum_sitzordnungcopy.gif

Konkrete Situation

Sinnvoll ist es, sich vor einer Moderation die vorliegenden Informationen zu Thema, AuftraggeberIn, Zielsetzung, TeilnehmerInnen, Vorgeschichte und besonderen Herausforderungen zu vergegenwärtigen.

Fragestellungen

Nimm dir Zeit, auf einem eigenen Blatt möglichst viele Fragestellungen zu sammeln. Oft ergeben sich daraus unmittelbar die Fragestellungen für die Gruppe. Welche Fragen ergeben sich für die Betroffenen? Mit welchen Fragen kann ich das Gespräch einleiten? Welche Fragen regen die Diskussion an?

Ideensammlung

Sammle kreativ möglichst vielfältige Ideen, Fragestellungen und Arbeitsaufträge für die Moderation und halte jede Idee sichtbar und gleichwertig fest, ohne diese zunächst im Leitungsteam zu bewerten oder zu diskutieren.

Ideen auswerten und Prioritäten setzen

Absicht: Was soll jede dieser Ideen, Fragestellungen und Arbeitsaufträge bewirken? Wirksamkeit: Stell dir die Gruppe bildhaft vor. Welche Methoden führen zum Ziel?

Konkreter Ablaufplan

Bearbeite den Leitfaden anhand dieser Übersicht und kläre

  • die Rollenverteilung im Moderatorenteam
  • die benötigten Hilfsmittel und die räumlichen Gegebenheiten
  • den Zeitbedarf mit Pufferzeiten.

Bevor sich der Moderator mit der Gruppe in den Arbeitsprozess begibt, muss er wissen, was er will, mit welcher Methode er vorgehen will, was er dazu braucht, wie viel Zeit er dafür hat. Er braucht eine Art Drehbuch oder anders gesagt, eine Choreographie. Ein Leitfaden für den konkreten Ablauf könnte so aussehen:

bild:Moderation_klein.gif

Einstieg in die Moderation

So, und jetzt beginnt die Veranstaltung: Was zuerst tun? Im ersten Moderationsschritt geht es darum, das Seminar, die Veranstaltung zu eröffnen und ein positives Arbeitsklima zu schaffen sowie Orientierung für die gemeinsame Arbeit zu geben. Ein Ablauf für den Einstieg kann z.B. so aussehen:

Eröffnung

  • Offizielle Eröffnung
  • Abstimmen des Zeitplans, der wesentlichen Eckdaten
  • Gegenseitiges Kennenlernen

Abklären der Erwartungen

  • Kennen lernen der Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie auch des Moderators
  • Vorbehalte besprechen
  • Vereinbarung von Regeln für die gemeinsame Arbeit

Diese Punkte sind die wichtigsten.

Darüber hinaus ist es für den Ablauf einer Moderation förderlich, im Einstieg

  • die Zielsetzung zu formulieren (Zielsetzung der gemeinsamen Arbeit abstimmen und festlegen)
  • die Methodik darzustellen (Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die vorgesehene Vorgehensweise vorstellen und festlegen)
  • die Protokollfrage zu klären (Klären, welche Form das Protokoll haben soll: Simultanprotokoll, Fotoprotokoll etc., und wer es herstellen wird.)

Zeitplan

Die offizielle Eröffnung hat nicht viel mit der eigentlichen Aufgabe des Moderators zu tun. Manchmal übernimmt das auch ein Vertreter des Auftraggebers oder des Veranstalters. Die Eröffnung wird hier nur erwähnt. Der Zeitplan hingegen ist wichtiger Bestandteil in einem moderierten Prozess.

Vor allem in kürzeren Veranstaltungen ist es notwendig, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Verabredung über die Zeiteinteilung zu treffen. Dieser grobe Ablaufplan wird auf einem Plakat festgehalten und bleibt während der gesamten Zeit sichtbar hängen. Damit wird erreicht, dass die Gruppe Mitverantwortung für den zeitlichen Ablauf übernimmt und der Moderator aus der Rolle des Antreibers und Zeitjägers herauskommt.

Gegenseitiges Kennenlernen: Matrix

Nachdem die organisatorischen Einzelheiten geklärt sind, nachdem klar ist, wo jeder schläft, wann, wo und wie er oder sie essen und trinken kann, um wie viel Uhr was stattfindet, kann der Prozess des Kennenlernens formell beginnen. Z.B. so:


Namen kann man besser behalten, wenn man sie einmal gelesen hat. Die optische Gestaltung eines Plakats lässt die Persönlichkeit des oder der Einzelnen plastischer hervortreten als die verbale Kurzvorstellung.

Vor allem wenn sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wenig kennen, kann die "Kennen-Lern-Matrix" eingesetzt werden. Diese Matrix ist von Vorteil, weil dadurch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen.

Die Kennen-Lern-Matrix löst aber auch in Gruppen, die sich schon länger kennen und ständig miteinander arbeiten, viele AHA-Erlebnisse aus. Denn Informationen über die Familiensituation oder z.B. auch die berufliche Entwicklung werden selten am Arbeitsplatz ausgetauscht.

Wie funktioniert die Kennen-Lern-Matrix? Der Moderator stellt der Gruppe eine bereits an der Pinnwand visualisierte Kennen-Lern-Matrix vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen sich bevor das Treffen offiziell beginnt, in die Matrix ein. Dies ergibt einen lockeren Vorspann. Oder: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer füllen im Rahmen der Vorstellrunde ihre Daten aus.

Kennenlernen - Steckbrief



Man kann sich aber auch so gegenseitig vorstellen: Steckbrief für Einzelvorstellung. Der Moderator stellt der Gruppe ein vorbereitetes Raster mit Fragen vor. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin nimmt einen Flip-Chart-Bogen und entwirft seinen oder ihren persönlichen "Steckbrief". Beim Vorstellen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, zusätzliche Fragen zu stellen.

Paar-Interview



Die gesamte Gruppe wird in Zweier-Teams aufgeteilt. Die Teams sollten sich möglichst wenig kennen. Die Partner interviewen sich anhand vorgegebener Fragen gegenseitig und visualisieren die Antworten, anschließend wird im Plenum vorgestellt.

Je nach der zur Verfügung stehenden Zeit, nach Absicht des Moderators und selbstverständlich auch nach Gruppenzusammensetzung gibt es verschiedene "Kennen-Lern-Spiele".


Wichtig für den Moderator ist, die Fragen, etwa eines Steckbriefes, jedes Mal neu zu formulieren. Zum einen ist das hilfreich, um sich auf jede Gruppe neu einzustellen, zum anderen erlaubt es dem Moderator einen eigenen "Steckbrief" oder eine "Kennen-Lern-Matrix" jedes Mal frisch zu entwerfen. Damit wird Routine vermieden. Die "Roboter-Moderation" muss tunlichst vermieden werden.

Nach dem Vorstellen kann den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch die Möglichkeit geboten werden, sich durch die gemeinsame Beantwortung einer Frage als Gruppe zu erleben, z.B. mittels einer Ein-Punktabfrage.

Erwartungs-Abfrage

Mit dem persönlichen Kennenlernen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind meist noch nicht alle Unklarheiten beseitigt. So wissen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft nicht, was sie hier sollen. Sie wissen also nicht, wer was von ihnen erwartet. Diese Unsicherheit muss vom Moderator aufgegriffen werden.

Ein Beispiel: Der Moderator stellt zwei Tafeln mit leeren Packpapierbögen auf. Auf der einen hängt eine rote Karte mit dem Text: "Ich befürchte, dass hier....". Auf der anderen hängt eine grüne Karte mit dem Text "Ich hoffe, dass hier.......". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schreiben nun auf die entsprechenden Kartenfarben ihre Hoffnungen und Befürchtungen. Die Karten werden eingesammelt und an die Tafel gehängt. Dadurch werden die Erwartungen transparent. Es ist eine Atmosphäre entstanden, die jedem Einzelnen signalisiert, dass er hier seine Wünsche und Befürchtungen äußern kann, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Bei der Erwartungsabfrage sind wir mit dem Instrument der Kartenabfrage konfrontiert, die im Lernmodul noch genauer besprochen wird.

Variationen zur Erwartungsabfrage - 1

Erwartungsabfragen können aber auch so aussehen:

bild:Hier_soll.gif

Der Moderator stellt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein vorbereitetes Plakat mit einem visualisierten Satzanfang vor und fordert sie auf diesen Satz zu ergänzen. Die Visualisierung der Nennungen der Teilnehmer kann entweder durch den Moderator (auf Zuruf) oder durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst erfolgen.

Variationen zur Erwartungsabfrage - 2



Der Moderator stellt ein Plakat vor, auf dem eine Skala zur Einschätzung der persönlichen Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgebildet ist. Sie werden aufgefordert, mittels Klebepunkt ihr Votum abzugeben.

Themen sammeln

bild:Methoden_themensammelncopy.gif

Nach dem Einstieg sollte die Gruppe "im Boot sein". Die eigentliche Arbeit am Problem kann beginnen. Die bisher benutzten Pinnwände oder Flipcharts werden weggeräumt und neue geholt, die mit leerem Packpapier bespannt sind.

Auf der ersten Wand steht als Überschrift die Frage: "Worüber müssen wir in diesen Tagen sprechen?" Es werden also zu einem Rahmenthema, das der Moderator sozusagen als Auftrag angenommen hat, Teilthemen gesammelt. Wenn das Rahmenthema z.B. ist: "Wandel der Betriebsratsarbeit", ist das Ziel der Veranstaltung, sich hierüber den Kopf zu zerbrechen. Die Teilthemen, also: was bedeutet das im Detail, müssen erst gefunden und gesammelt werden, eben mit der offenen Frage "Worüber müssen wir in diesen Tagen sprechen?"

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aufgefordert, ihre Antworten auf Karten zu schreiben und für jede Aussage eine neue Karte zu benutzen.

Diese werden vom Moderator eingesammelt. Jedes Ergebnis, also jede Karte ist gleich wichtig, keine Karte wird zensiert.

Und jetzt heftet der Moderator die Karten an eine Pinnwand.

Brainstorming mit Kartenabfrage

Diese Methode erleichtert durch eine rasche Sammlung von Geistesblitzen die Ideenfindung. Das Ergebnis ist ein Ideenspektrum.

Wie wird konkret beim Brainstorming mit Kartenabfrage vorgegangen?

1. Zunächst wird das eigentliche Thema definiert bzw. der thematische Rahmen umrissen. "Worüber müssen wir in diesen Tagen sprechen?". Es wird also eine präzise und zielgerichtete Fragestellung formuliert.

2. Darauf wird sie visualisiert, also auf den Packpapierbogen geschrieben. Damit wird einerseits ein Ausgangspunkt für die gemeinsame inhaltliche Arbeit geschaffen. Andererseits: Gerade durch die Visualisierung konzentrieren sich die Gedanken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Fragestellung.

3. Dann werden die Moderationskarten und Stifte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilt und sie werden aufgefordert, ihre Antworten schriftlich zu artikulieren und darauf zu schreiben.

4. Dann müssen die Spielregeln für die Bearbeitung geklärt werden. Das ist ein wichtiger Schritt! Weil es bei der Bearbeitung auf strikte Disziplin und daher auf die Einhaltung von Verhaltensregeln ankommt:

  • Ideen und Gedanken werden nicht kritisiert.
  • Gedanken sollen frei und ohne Hemmungen geäußert werden. Dies gilt auch für "Utopien" oder "Spinnereien".
  • Quantität geht vor Qualität! Ziel von Brainstorming ist ein maximales Produzieren von Ideen.
  • Ideen anderer können durchaus aufgegriffen werden.

5. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschriften für jeden Gedankenblitz eine Karte.

6. Die Karten können gemischt werden, damit Anonymität gewahrt wird.

7. Unkommentiert werden nun die Karten vom Moderator vorgelesen und an die Pinwand geheftet. Neue Ideenkarten können dabei jederzeit hinzugefügt werden.

8. Die Karten werden also gesammelt, nacheinander vorgelesen und dann an der Pinnwand geordnet und strukturiert. Die Gruppe bestimmt, welche Karten zusammengehören, welche Aussagen, Wünsche, Themen, Forderungen und Vorschläge zusammenpassen. Die Karten werden also in "Klumpen" oder "Clustern" auf den leeren Plakaten zusammengehängt, und es entfaltet sich vor der Gruppe ein erstes differenziertes Bild von dem Problemfeld, mit dem die Gruppe es in den nächsten Tagen oder Stunden zu tun haben wird.

9. Haben alle Karten ihren Cluster gefunden, dann werden diese mit einem Filzstift eingerahmt und die Gruppe sucht nach einem Begriff, der den jeweiligen Cluster gut charakterisiert.

10. Dann müssen die Spielregeln für die Bearbeitung geklärt werden. Das ist ein wichtiger Schritt! Weil es bei der Bearbeitung auf strikte Disziplin und daher auf die Einhaltung von Verhaltensregeln ankommt:

Alternativ kann die Kartenabfrage auch durch eine Abfrage auf Zuruf ersetzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußern ihre Ideen, der Moderator oder ein Assistent hält diese auf Karten fest.

Was hat das nun gebracht?

So ist nun ein Überblick gewonnen worden, die inhaltlichen Schwerpunkte wurden gefunden und es wurde Transparenz geschaffen.

Und noch etwas:

  • Innerhalb kürzester Zeit ist eine Diskussion gelaufen, für die sonst Stunden gebraucht wird, nämlich die Verständigung darüber, worum es denn nun eigentlich geht. Ohne lange Reden. Ohne ermüdende Diskussionsbeiträge. Ohne Hahnenkämpfe.
  • Jeder und jedem ist deutlich geworden, dass das Problem viel komplexer und vielschichtiger ist, als er oder sie es sich vorgestellt hat. Jede und jeder hat ihren oder seinen Aspekt deutlich gemacht und die Summe all dieser Aspekte ist weit mehr, als sich jeder Einzelne ausdenken kann.

Themenspeicher


Die Ideen werden in einem Themenspeicher gesammelt.

Ein Themenspeicher hat den Vorteil, dass vorher z.B. durch Brainstorming ermittelte Themen und Arbeitsschwerpunkte im Gedächtnis bleiben.

Themen sollten auch gesammelt werden, um eine gezielte Auswahl treffen zu können, denn es passiert häufig, dass über einen einzelnen Problemaspekt heiß diskutiert wird, ohne dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick über die gesamte Problematik haben.

Um das zu vermeiden, lohnt es sich, die in der Gruppe bekannten (das werden sehr viele sein) Problembestandteile zu erfassen und anschließend die für die Gruppe relevanten Themen und die Reihenfolge für die Diskussion festzulegen. Das "Thema auswählen" werden wir uns noch genauer anschauen. Die Reihenfolge festlegen heißt auch "Gewichtung". Das wird auch noch zu einem späteren Zeitpunkt verdeutlicht werden.

Thema auswählen

Nun müssen aus dem Speicher Themen ausgewählt werden. Das nennt sich "Bewertung" des Speichers. Die Anzahl der ausgewählten Themen hängt meist von der zur Verfügung stehenden Zeit ab.

Bei der Bewertung des Speichers muss der Moderator klar und deutlich sagen, unter welchem Gesichtspunkt die Auswahl getroffen werden soll. Z.B:

  • "Welches von den Themen ist ein brennendes aktuelles Problem bei euch im Betrieb?"
  • "Bei welchen Themen haben wir die größten Schwierigkeiten?"
  • "Mit welchen Themen haben wir Erfahrungen gemacht?

Es geht darum festzulegen, welches Thema bearbeitet werden soll. Es wird aber dann auch darum gehen, die Reihenfolge der abzuarbeitenden Themen festzulegen. Es werden also Prioritäten gesetzt. Man kann auch, wie schon erwähnt "Gewichtung" sagen.

Wie kann die Themenauswahl nun praktisch ablaufen?

Als Themenspeicher kann dabei eine Pinwand oder auch eine Flipchart dienen.

Wenn, meistens aus Zeitgründen, die Vielfalt und Widersprüchlichkeit aller Meinungen nicht ausdiskutiert werden kann oder soll, bietet sich die Punkteabfrage an. Durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden verschiedene Alternativen gegeneinander abgewogen und gewichtet. Es können Schwerpunkte gesetzt und Entscheidungen getroffen werden.

Vorgangsweise bei der Punkteabfrage

1. Der Moderator klärt zunächst die zu beantwortende Fragestellung.

2. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Klebepunkte.

3. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmers stimmen durch Kleben der Punkte an die Stelle im Diagramm oder auch in einer Skala ab, die ihrer Wertung entspricht.

4. Einpunktabfrage: Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin beantwortet mit einem Punkt. Dadurch hat jeder die gleiche Stimmmacht. "Opinion Leader" haben nur einen bedingten Einfluss auf das Endergebnis.

5. Mehrpunktabfrage: Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin beantwortet mit mehreren Punkten. Pro Alternative können auch mehrere Punkte geklebt werden. Hier können Gewichtungen berücksichtigt werden.

Die Abbildung der Punktebewertung kann auf verschiedenen Diagrammen erfolgen.

bild:Themenspeicher_klein.gif

Thema bearbeiten

Die von der Gruppe als wichtig erachteten gesammelten und bewerteten Themen werden nun weiterbearbeitet, z.B. in Kleingruppen.

Kleingruppenarbeit

Es wird wieder eine Frage gestellt, die Probleme werden in den Kleingruppen diskutiert und im Plenum vorgestellt. Die Themen werden gesammelt und geclustert.

Frage stellen: Für jede Kleingruppenarbeit muss eine klare Aufgabenstellung gegeben werden. Die Arbeitsanweisung erfolgt über verschiedene Fragestellungen, die in der Gruppe bearbeitet werden sollen.


Der Moderator fordert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, sich ein Thema oder zwei oder alle Themen auszusuchen, über das sie in der nächsten halben bis ganzen Stunde diskutieren möchten. Je nach Gruppengröße stehen die am höchsten bewerteten Themen zur Auswahl.

Die Vorteile von Kleingruppenarbeit:

  • Da wenige Personen, ca. 5, eine Kleingruppe bilden, kann sich jede und jeder beteiligen und ihren oder seinen Anteil der Arbeit beitragen.
  • Das parallele Diskutieren von Themen bewirkt Zeitersparnis. Mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern kann immer nur ein Thema behandelt werden. In Gruppen können gleichzeitig vier bis fünf Themen parallel angegangen werden. Die Vereinigung der Themen findet dann vor allen statt.
  • Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann sich den Problemaspekt heraussuchen, der am wichtigsten erscheint.

Wie wird eine Gruppe gebildet? Themeninteresse

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ordnen sich dem Thema zu, das sie besonders interessiert
  • Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin schreibt das Thema, an dem er oder sie mitmachen möchte, mit seinem Namen auf eine Karte. Diese wird vom Moderator eingesammelt und sortiert.
  • Wenn die Gruppengrößen ungleich sind, kann noch nachgefragt werden, wer sich noch umorientieren möchte. Sehr große Gruppen sollten zweigeteilt werden. Die max.Größe einer Gruppe liegt bei ungefähr fünf Personen.

Sympathie Es können z.B. so viele Symbole gezeigt werden, wie Gruppen gebildet werden sollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ordnen sich zu. Ein Symbol kann z.B. ein Kreis oder ein bestimmtes Bild sein.

Zufall

  • Die Gruppe teilen. Vielleicht genau in der Mitte.
  • Oder: durch Abzählen
  • Durch gleichfarbige Karten
  • Durch Teile, die zusammengehören. Z.B: Puzzle

Fragen an die Gruppe

Bevor sie jedoch zu arbeiten beginnen, muss ihnen der Moderator gezielte Fragen stellen, damit die Kleingruppen ihr Gespräch strukturieren können.

Der Moderator geht von Gruppe zu Gruppe und unterstützt sie:

  • beim Visualisieren,
  • dass sie sich nicht auf eine Problemstellung fixieren,
  • dass die Vorgaben eingehalten werden, also nicht gleich weitergedacht wird, ev. schon die Lösung gesucht wird.

Das Eingreifen des Moderators darf nicht auffallen. Moderatoren sind Helfer; keine Diskussionsleiter. Sie helfen der Gruppe nur über Hindernisse.

Vorstellen der Kleingruppenergebnisse

Ein oder zwei Gruppenmitglieder stellen die Ergebnisse vor allen Gruppenmitgliedern, also im Plenum, vor.

An den Ergebnissen der Gruppenarbeit, die visualisiert werden, können sich z.T. heftige Diskussionen entzünden, die sehr zeitraubend sind. Besonders unangenehm ist es, wenn die Diskussionen im Anschluss an die ersten Gruppen-Präsentationen so lange dauern, dass für die Vorstellung der anderen Gruppenergebnisse keine Zeit mehr bleibt.

Da kann es helfen, wenn der Moderator die nicht zur vorstellenden Gruppe gehörenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer ersucht, ihre Beiträge auf Kärtchen festzuhalten und diese im Anschluss an die Präsentation auf ein Plakat zu hängen. Das heißt dann "schriftlich diskutieren". Das wird eine umfangreiche Diskussion am Ende der Präsentation nicht ersetzen, aber die Präsentation wird nicht unterbrochen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gezwungen, ihre Gedanken schon etwas vorzustrukturieren.

Zusammenfassung

Fassen wir nun zusammen:

  • Der Moderator hat bis jetzt das Problem erkannt. Das entscheidende Problem ist meistens nicht klar ersichtlich. Es verbirgt sich hinter einem Berg weiterer Probleme. Deswegen ist es besonders wichtig, das "richtige" Problem zu erkennen und zu beheben.
  • Um das ganze Spektrum der Probleme zu erkennen, brauchen wir "Methoden der Problemsammlung". Hierzu bietet sich die "Kartenabfrage" an.
  • Dann wird ein "Themenspeicher" erstellt, um sicherzugehen, dass im Laufe der Bearbeitung keine Problemlösung in Vergessenheit gerät.
  • Manchmal kann es auch von Nutzen sein, und dies ist z.B. bei einer größeren Anzahl der Themen und keiner vorgegebenen Bearbeitungsreihenfolge der Fall, eine Gewichtung vorzunehmen. Hierzu ist z.B. die "Punktebewertung" eine geeignete Methode. Das Thema mit der größten Bedeutung wird dann als erstes aus dem Themenspeicher zur Bearbeitung gewählt.
  • Dann beginnt die Arbeit in Kleingruppen. Die Ergebnisse werden vorgestellt und visualisiert.

Fast hätten wir es vergessen: Wir haben es schon erwähnt: Die meisten Probleme müssen, damit sie beherrscht werden, strukturiert werden. Man spricht auch vom "clustern" oder auch "typologisieren". Dabei müssen Strukturen, Zusammenhänge und/oder Gesetzmäßigkeiten erkannt und definiert werden. Das bedarf viel Übung.

Maßnahmen planen

Die zentrale Frage ist: Welche Maßnahmen sollen nun auf Grund der Ergebnisse aus der Themenbearbeitung durchgeführt werden?

Um dies festzulegen, sind folgende Schritte notwendig:

1. An der Pinnwand wird die Matrix des Maßnahmenplans visualisiert. Damit wird eine Struktur für die weitere Arbeit geschaffen.

2. Die als notwendig angesehenen Aktivitäten werden in die Matrix eingetragen. Alles wird sichtbar dokumentiert.

3. Für jede Maßnahme werden Verantwortlichkeiten und Terminierungen festgelegt. Dadurch werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu konkreten Aktivitäten verpflichtet und Termine fixiert, um die Realisierung der Maßnahmen zu gewährleisten.

Wie werden Maßnahmen geplant?

Der Moderator stellt der Gruppe eine Tabelle vor, deren Spaltenüberschriften bereits visualisiert sind. Es geht darum festzulegen:

  • Wer..........was.........wozu (mit welcher Zielsetzung).........ab wann und bis wann tut.
  • Darüber hinaus kann auch eine Art "Check" eingebaut werden: Auf welche Art erhalten die anderen Rückmeldung über deren Erledigung.
  • Die Maßnahmen müssen konkret formuliert und umsetzbar sein.

bild:Massnahmen.gif

Abschluss der Moderation und Reflexion

Wenn die inhaltliche Arbeit beendet ist, bietet sich nun an, den Gruppenprozess zu reflektieren. Folgende Fragen müssen nun in der Gruppe besprochen werden:

  • Wurden meine Erwartungen erfüllt?
  • War die Arbeit effektiv?
  • Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden?
  • Habe ich mich in der Gruppe wohl gefühlt?

bild:Veranstaltung_klein.gif

So eine Reflexion muss nicht unbedingt am Ende stattfinden: Sie ist auch dann sinnvoll:

  • wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Unzufriedenheit äußern.
  • die inhaltliche Arbeit ins Stocken gerät.
  • die Arbeit durch eine längere Pause unterbrochen war.

Offene Fragen

Durch das ständige Herausfiltern der wichtigsten Probleme während des Moderations-Prozesses ist es unausbleiblich, dass für einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Schluss wichtige Fragen unbeantwortet geblieben sind. Es kann sich dabei um Sachthemen handeln, die nie "zum Zug" gekommen sind, weil sie immer "weggepunktet" wurden. Oder: um Verhaltens- oder Verfahrensregeln.

Es ist wichtig, für diese offenen Punkte am Schluss noch eine Bearbeitungsform vorzusehen, die es wenigstens erlaubt, das Thema noch anzureißen und zu überlegen, wie damit umzugehen ist.

Die einfachste Form ist, offene Fragen mit Hilfe einer Kartenabfrage zusammenzustellen. Sie werden auf einem Packpapierbogen auf der linken Hälfte gesammelt und sortiert. Die rechte Hälfte dient dazu, die Antworten, die sich bei der Behandlung der Fragen in der Gruppe ergeben, mitzuvisualisieren. Diese Antworten können auch darin bestehen, festzulegen, wie die aufgeworfene Frage außerhalb der Veranstaltung weiterbehandelt werden kann.

Beendet wird die Veranstaltung, in dem der Moderator sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedankt.


Persönliche Werkzeuge