Lampenfieber
Aus WIGBIT
Lampenfieber ist ein Phänomen, das eine/n SchauspielerIn, eine/n MusikerIn, aber auch eine/n RednerIn vor einem Auftritt befallen kann. Biologisch kann Lampenfieber so erklärt werden:
Lampenfieber ist eine andere Bezeichnung für "Stress". Wenn eine Person einen exponierten Auftritt hat, so wird statt von "Stress" vom "Lampenfieber" gesprochen. Der Hypothalamus, die "Steuerzentrale" im Gehirn, löst eine Sympathicus-Reaktion aus, was zur Folge hat, dass die Nebennierenrinde (Nor)Adrenalin produziert. Das kann negative aber auch positive Auswirkungen haben.
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Negative Auswirkungen des Lampenfiebers
- Stotterstimme
- Zittrige Knie
- Blackout
- Herz rast
- Schweiß bricht aus
- Blut schießt in den Kopf
- Gedanken fehlen
- Atem stockt
- Schlaflosigkeit
- Verdauungsstörungen
- Zu viel Lampenfieber lähmt die Kommunikationsprozesse
Das Lampenfieber kann und sollte trotz negativer Auswirkungen aber nicht verloren gehen. Denn gerade mit kontrolliertem Lampenfieber sind wir zu Höchstleistungen fähig. Ein wenig Nervosität ist hervorragend. Nervosität erzeugt nämlich Spannung.
Vorteile des Lampenfiebers
- Mehr Spannung
- Mehr Kraft
- Macht "wach"
- Kribbeln ist gut
- Lampenfieber ist gleichsam Aufputschmittel
- Ohne Lampenfieber ist ein Auftritt oft "energielos"
Gesucht ist eine gesunde Balance: So viel Lampenfieber wie nötig, aber nur so viel, dass es den Kommunikationsprozess nicht einschränkt.
Umgang mit Lampenfieber
Ein geübter Redner / Eine geübte Rednerin wird sich auf den Moment der Anspannung freuen und lernen, ihn als normal zu empfinden. "Hilfsmittel" wie Medikamente oder Alkohol machen alles nur noch schlimmer.
Helfen kann nur viel Übung und ein paar Strategien:
Gute Vorbereitung
Jemand, der weiß wovon er/sie redet, mag zwar eingangs nervös sein, wird aber im Laufe seiner Rede sicherer werden. Im Optimalfall sollte nur zu Themen gesprochen werden, zu denen bereits eine Wissensplattform erarbeitet worden ist.
Die Kommunikationstrainerin Vera F. Birkenbihl spricht von einer Unterscheidung von "alten" und "neuen" Gedanken. Was damit gemeint ist, kann anhand eines Beispieles verdeutlich werden:
"Stellen Sie sich vor, jeder neue Gedanke bahne sich quasi einen 'Trampelpfad' durch das Dickicht Ihrer Nervenzellen. Wird dieser Gedanke öfter gedacht, dann wird der Trampelpfad ein 'ausgetretener' Weg. Wird dieser weiterhin regelmäßig benutzt, dann baut das Gehirn eine richtige 'Straße'. In der Sprache der Forscher haben wir jetzt eine 'bevorzugte Nervenbahn' geschaffen. Ab jetzt fällt es uns immer leichter, diese Gedanken zu formulieren, bald haben wir (hierzu) eine regelrechte 'Datenautobahn im Hirn'. ... Ist dieser Punkt einmal erreicht, dann können wir uns (zu diesem Thema) leicht und flüssig äußern."
Somit gilt: "Je mangelhafter die allgemeine Vorbereitung zwangsläufig ist, wenn man neue Gedanken äußern soll, ... desto nervöser werden Sie. Also müssten wir unser Training so anlegen, dass wir unsere Ideen mehrmals formulieren - und zwar sprechend, damit die 'Datenautobahn' im Gehirn angelegt werden kann."
(Birkenbihl; Redetraining für jeden Anlass, Berlin 1997, S. 47 )
Schweigen
Nicht sprechen, wenn der Redner oder die Rednerin der Aufgabe nicht gewachsen ist (bei einem Thema zu dem er/sie nicht kompetent ist). Wir sprechen als RednerIn - vor allem, wenn wir keine Übung in der freien Rede haben - nur über ein Thema, das wir gut kennen.
Bewusste Atmung und Entspannungstechniken
Verschiedene Entspannungstechniken können helfen, mit dem Lampenfieber umzugehen.
Dabei geht es darum,
- sich zuerst zu spannen,
- dann zu entspannen
- und richtig zu atmen.
Sichere Bewegung
Der Redner oder die Rednerin sollte die Ruhe selbst sein und wird so Sicherheit ausstrahlen. Bei einer Rede sollten schnelle und hektisch wirkende Bewegungen vermieden werden.
Antizipieren
Antizipieren bedeutet,
- sich die Situation vorstellen,
- Fragen,
- Pannen.
- Vorüberlegen: "Was tue ich, wenn ...?"
Authentisch sein
Prinzipiell gilt: Der Redner oder die Rednerin bleibt authentisch, versucht nicht anders zu wirken, als er/sie ist. Das heißt z.B. auch, wie am Beginn dargestellt: "Sprich die Sprache, die du gewohnt bist".
Das Publikum erkennen
Wer vor Publikum spricht, wird keine konkrete Zielgruppenanalyse machen müssen, aber sollte doch wissen,
- vor wem er/sie spricht
- und was für Erwartungen in ihn/sie gesetzt werden.
Verbündete suchen
Ein wesentlicher Schritt, um Angst vor der Rede abzubauen, ist, vor einer Rede mit Leuten aus dem Publikum zu sprechen.
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