Konflikte

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Inhaltsverzeichnis

Definition

Ein Konflikt entsteht immer dann, wenn widerstreitende Interessen und Bedürfnisse aufeinander stoßen.

Karl Berkel liefert eine kurze und prägnante Definition für Konflikte:

"In der Psychologie, aber auch in den Sozialwissenschaften allgemein, spricht man von einem Konflikt dann, wenn zwei Elemente gleichzeitig gegensätzlich oder unvereinbar sind." (Berkel 1997)

Mit dem Wort "Konflikt" kann einerseits ein Widerstreit von Interessen und Bedürfnissen innerhalb eines Menschen oder zwischen zwei Menschen bezeichnet werden.

Der Widerstreit innerhalb eines Menschen wird als intrapersonaler Konflikt bezeichnet, bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Personen spricht man von einem interpersonalen Konflikt.

Konflikt als Chance

Konflikte haben immer zwei Entwicklungsmöglichkeiten: Wenn ein Konflikt nicht gelöst wird, so kann dies zu großen Lebenskrisen und Leid führen. Wird ein Konflikt jedoch gelöst, so bedeutet das zumeist für die Menschen die Entdeckung neuer Fähigkeiten und Ressourcen.

Eine konstruktive Konfliktaustragung kann folgendes bewirken:

  • Konflikte zeigen Probleme auf und helfen dabei, Problembewusstsein zu entwickeln.
  • Konflikte sind Wurzeln für Veränderungen.
  • Konflikte führen zur Selbsterkenntnis und verhindern Stagnation.
  • Konflikte führen zur Reflexion und einer differenzierten Sicht der Probleme.
  • Eine offene Konfliktaustragung verhindert zumeist eine Konflikteskalation und Mobbing.

Umgang mit Konflikten

Konflikte haben fast immer eine Tendenz zur Steigerung, d.h. es gibt eine so genannte Eskalationsdynamik. Im Konfliktverlauf wenden die beiden Parteien immer härtere Mittel an, um auf der "Gewinnerseite" zu bleiben. Diese Taktik führt dazu, dass der Gegner ebenso unnachgiebig wird, was die Eskalationsdynamik immer mehr in die Höhe treibt.

Im Folgenden werden Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt, die vor allem von Drittparteien (Schiedsrichtern, Mediatoren, Führungskräften, Betriebsräten usw.) angewendet werden, um Konfliktsituationen zu bereinigen.

  • Moderation
  • Prozessbegleitung
  • Vermittlung
  • Mediation

Moderation

  • Bei dieser Methode übernimmt eine Drittpartei die Rolle eines Moderators und es kommt zu einer direkten Kommunikation zwischen den beiden Konfliktparteien.
  • Der Moderator übernimmt eine neutrale Position und sorgt dafür, dass das Konfliktgespräch strukturiert verläuft.
  • Diese Methode ist jedoch nur möglich, wenn der Konflikt noch nicht zu sehr eskaliert ist.

Prozessbegleitung

  • Wenn der Konflikt bereits zu sehr eskaliert ist, sind die beiden Streitparteien nicht mehr selbst in der Lage, diesen zu lösen. Es herrschen nur mehr destruktive Kommunikationsmuster vor.
  • Der Prozessbegleiter hat die Aufgabe, neben den Sachfragen die Beziehungsfragen in den Mittelpunkt des Klärungsprozesses zu rücken.
  • Er unterstützt die beiden Parteien, gemeinsame Kommunikationsregeln für die Zukunft zu entwerfen
  • und ein Einverständnis über die gemeinsam erreichten Ziele zu vereinbaren.

Vermittlung

  • Wenn es keine gemeinsame Gesprächsbasis zwischen den beiden Konfliktparteien mehr gibt, dann ist die Rolle des Vermittlers gefragt.
  • Dabei ist es wichtig, dass der Vermittler von beiden Parteien anerkannt werden muss.
  • Zuerst wird der Vermittler mit den beiden Konfliktparteien getrennt Gespräche führen.
  • Während der Verhandlungsrunden ist der Vermittler für die Rahmenbedingungen und die Einhaltung der Spielregeln zuständig.
  • Während der Diskussion dient er als Hilfestellung für Hürden in der Kommunikation.
  • Zwischen den einzelnen Verhandlungsrunden ist der Vermittler Ansprechpartner für beide Parteien.

Mediation

  • Mediation ist ein Verfahren, bei dem ein unparteiischer, neutraler Vermittler den Konfliktparteien hilft, eigenständig Lösungen für den Konflikt zu finden.
  • Der Mediator hilft, die Kommunikation zwischen den Parteien wiederherzustellen
  • Er bietet daher den Parteien die Möglichkeit, ihren Konflikt konstruktiv zu lösen.


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