Körpersprache
Aus WIGBIT
Schon lange sind die Ergebnisse der kommunikationspsychologischen Forschung bekannt:
Die Ausstrahlung einer Person wird nur zu einem sehr kleinen Teil davon bestimmt, 'was' jemand sagt. Entscheidender sind hier die Nebeninformationen, die vom Zuhörer oder der ZuhörerIn meist unbewusst aufgenommen und verarbeitet werden. Diese zusätzlichen Informationen liegen in dem, 'wie' jemand etwas sagt - und vor allem - mit welchen optischen Eindrücken er oder sie das Gesagte verbindet. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse wurde das kommunikative Verhalten eines Menschen in drei Bereiche eingeteilt:
- Der verbale Ausdruck bezeichnet Informationen inhaltlicher Art, also das, was tatsächlich gesagt wurde: z.B. unsere Argumente für die Gewerkschaftsbewegung.
- Der paraverbale Ausdruck umfasst sämtliche stimmlichen oder artikulatorischen Aspekte, also die Art und Weise, wie etwas ausgesprochen bzw. stimmlich begleitet wird.
- Der nonverbale Ausdruck ist die körpersprachliche Komponente.
Um überzeugen zu können, müssen wir überzeugend auftreten. Ob uns das gelingt, hängt von dem Zusammenspiel dieser Faktoren ab. Durch unsere Körpersprache können wir Selbstbewusstsein und Begeisterung ausstrahlen. Genauso kann Körpersprache Unsicherheit oder Abneigung verraten.
Roman Hebenstreit (stv. Vorsitzender der Bundesfachgruppe Schiene in der Gewerkschaft vida) über den Umgang mit körpersprachlichen Signalen:zum Audiobeitrag Körpersprache (01:13, 1.39 MB)
Wichtig sind einige Grundkenntnisse über unsere eigene Körpersprache.
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Kommunikationspositionen
Kommunikation im Stehen
In einer Gesprächssituation im Stehen sollten wir möglichst durch einen klaren und geradeaus gerichteten Blick Offenheit und Kommunikationsbereitschaft signalisieren. Unsere Arme sollten nicht verschränkt sein – sonst signalisieren wir Ablehnung oder Zurückgezogenheit. Wir lassen stattdessen unsere Hände locker vor unserem Körper. Aus dieser Haltung heraus können wir unsere Hände auch für Gesten nutzen, die einzelne Punkte unserer Argumentation unterstützen. Wir sind aber sparsam mit der Gestik unserer Hände. Wir setzen sie nur ein, wenn etwas besonders wichtig ist. Unsere Bein- und Fußstellung sollte leicht geöffnet sein. Wir verlagern unser Gewicht nach vorne auf unseren Vorderfuß. Dadurch, so heißt es, verlagert sich auch die Energie nach vorne und hin zum Gegenüber. Unser/e GesprächspartnerIn soll tatsächlich, so wird oft in der Literatur behauptet, die Kraft unserer Energie und Konzentration nur durch diese subtile Bewegung erfassen, auch wenn er oder sie sich dessen gar nicht bewusst ist.
Kommunikation im Sitzen
Im Sitzen sollten unsere Füße ruhig und vollständig, also mit Ferse und Ballen, auf der Erde ruhen. So wirken wir selbstsicher und entspannt. Wir vermeiden es, uns an die Rückenlehne des Sessels anzulehnen. Wir beugen uns ein wenig nach vorn, so dass unser Rücken gerade bleibt. Wenn unser Gesprächspartner oder unsere Gesprächspartnerin spricht, neigen wir uns bewusst in seine/ihre Richtung. Dabei konzentrieren wir uns intensiv auf das Gesicht des/der „KundIn“, vor allem aber auf seinen/ihren Mund und die Augen. Wir bleiben ein wenig vorn übergebeugt, als gäbe uns der oder die „KundIn“ gerade eine unschätzbar wertvolle Information, die wir nur ein einziges Mal bekommen können. Auch hier gilt, wie schon beim „Stehen“: Schon die Bewegung des Vorbeugens soll die Intensität des Gesprächs und die Bereitschaft des/der „KundIn“ uns und unser Angebot ernster zu nehmen erhöhen.
Berührung in der Kommunikation
Berührung ist ein sehr wirkungsvoller suggestiver Einfluss. Treffen wir eine Person zum ersten Mal, so haben wir die erste Möglichkeit, in physischen Kontakt mit dieser Person zu treten, indem wir ihr die Hand geben. Ein fester Händedruck, begleitet von einem festen Blick in die Augen des Gesprächspartners oder der Gesprächspartnerin, und ein herzliches Lächeln vermittelt der anderen Person, dass sie ein menschliches Wesen getroffen hat, das eine wichtige Botschaft zu bringen hat. Manche Menschen kennen die Bedeutung eines herzlichen, festen Händedrucks nicht. Sie diskreditieren sich, indem sie z.B. eine schlaffe, feuchte Hand zum Gruß hinstrecken, denn viele Menschen messen den Charakter, die Integrität und die persönliche Stärke eines anderen Menschen an dessen Händedruck.
In der Verkaufsliteratur wird oft darüber gesprochen, dass die Macht der Berührung bewusst eingesetzt werden kann, um den Einfluss auf unser Gegenüber zu erhöhen. Konkret heißt das: Unser Körper lässt sich grob in drei Zonen einteilen, was Berührungen betrifft:
Kontaktzonen
- Die erste Zone ist die „Intimzone“, die nur von Leuten berührt wird, mit denen wir in sehr engem Kontakt stehen.
- Die zweite Zone ist die „soziale“ Zone, unsere Arme, Schultern und unser Rücken, die unsere Familie oder unsere Freunde berühren können, wenn sie z.B. an uns vorbeigehen.
- Die dritte und wichtigste Zone - in unserem Zusammenhang - ist die „öffentliche“ Zone, das ist der Bereich vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen.
Stimmt die Beziehung, können wir unser Gegenüber in der öffentlichen Zone unbesorgt berühren, ohne ihn oder sie zu beleidigen. Die sanfte Berührung mit den Fingerspitzen am Ellenbogen unterstreicht sogar das Gesagte und Gezeigte.
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