Investitionen

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Bild:investitionena.jpg

Dieses Kapitel beschreibt

  • die Bedeutung von Investitionen sowie
  • einfache Kennzahlen zur Beurteilung der Investitionspolitik des Unternehmens.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung von Investitionen

Investitionen sind Zukäufe zum Anlagevermögen – jenes Vermögen, das zum langfristigen Gebrauch bestimmt ist. Investitionsentscheidungen sind aus mehreren Grün­den von besonderer Bedeutung.

  • Erfolgssicherung

Die Investitionen sollen die zukünftigen Erfolgsaussichten des Unternehmens sicherstellen bzw. verbessern.

  • Langfristige Wirkung

Investitionen binden Finanzmittel in der Regel langfristig und brauchen daher eine entsprechende langfristige Finanzierung. Erträge aus den Investitionen werden oft erst in der Zukunft über mehrere Jahre verteilt lukriert.

  • Laufende Belastung mit fixen Kosten

Unabhängig davon, ob erzeugt wird oder nicht, fallen kontinuierlich Aufwendungen (Abschreibungen, Kreditzinsen, Instandhaltung) an.

  • Auswirkungen auf die Belegschaft

Vor allem bei umfangreichen Investitionen sollte der Betriebsrat die Auswirkungen auf die Belegschaft, die Zahl der Arbeitsplätze, die Arbeitsbedingungen usw. analysieren.

Anlagenspiegel

Im Jahresabschluss werden die Investitionen im "Anlagenspiegel" ausgewiesen. Der Anlagenspiegel stellt die Entwicklung des Anlagevermögens innerhalb eines Geschäftsjahres dar. Die Höhe der jährlichen Investitionen kann aus der Spalte "Zugänge" entnommen werden.

Bei der Interpretation der Investitionspolitik eines Unternehmens muss immer berücksichtigt werden, dass Investitionen in aller Regel nicht kontinuierlich getätigt werden, sondern "schubweise" erfolgen (eine EDV-Anlage wird etwa durch eine neue Gerätegeneration ausgewechselt). Eine Betrachtung der Investitionstätigkeit über einen längeren Zeitraum (3 – 5 Jahre) ist daher jedenfalls notwendig.

Bild:musteranlagenspiegel_neu.gif

Interpretation:
  • Der Investitionsschwerpunkt lag im aktuellen Jahr mit 100 T€ im Finanzanlagenbereich (z. B. Wertpapiere, Beteiligungen). Die Sachanlagen wurden mit 20 T€ im Vergleich dazu nur sehr mäßig erhöht.
  • Hohe Investitionen in Beteiligungen und Wertpapiere sollten im Einzelfall große Aufmerksamkeit erhalten, da sie oftmals ein hohes finanzielles Risiko bergen. Sie sind auch Signale für eine Änderung der Geschäftspolitik.
  • Besonders Auslandsinvestitionen sollten in Hinblick auf mögliche Produktionsverlagerungen beachtet werden.

Kennzahlen und Analyse

Investitionsquote

Die Investitionsquote zeigt an, wie viel Prozent vom Umsatz für die Neuanschaffung von Sachanlagen verwendet wird. Die Höhe des Wertes ist stark von der Branchenzugehörigkeit abhängig.

  • Ein starkes Absinken des Wertes deutet unter Umständen auf eine nachlassende Bereitschaft des Unternehmers hin, sein Kapital weiterhin im Unternehmen arbeiten zu lassen.
  • Ein Ansteigen des Wertes weist hingegen auf eine Produktionsausweitung bzw. auf erhöhte Rationalisierungsbemühungen hin.

Zu beachten ist, dass Investitionen, die über Leasing finanziert wurden, nicht im Anlagenspiegel aufscheinen und daher sämtliche Investitionskennzahlen schlechter erscheinen.

Musterbeispiel Vorjahr Aktuelles Jahr
Sachinvestitionen / Umsatz x 100 30 / 1.000 x 100 20 / 1.000 x 100
= Investitionsquote = 3% = 2%

Hier kannst du gleichzeitig den Anlagenspiegel der Muster GmbH] ansehen.

Interpretation:
  • Gemessen am Umsatz liegt der Anteil der Sachinvestitionen (Maschinen, Anlagen etc.) bei 2%. Die Investitionstätigkeit wurde im Vergleich zum Vorjahr zurückgenommen.
  • Der Schwerpunkt lag eindeutig im Finanzanlagebereich (z. B. Beteiligungen). Die rückläufige Modernisierung des Anlagenparks könnte die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens mittel- und langfristig beeinträchtigen.
  • Die hohen Zukäufe bei den Finanzanlagen lassen möglicherweise auf Auslagerungsbestrebungen vermuten.

Investitionsneigung

Mit dieser Kennzahl wird gemessen, ob der Verschleiß der Anlagen durch regelmäßige Neuanschaffungen ersetzt wird, um eine Veralterung der Anlagen zu verhindern. Werte um 100% oder knapp darüber zeigen, dass die notwendigen Ersatzbeschaffungen durchgeführt wurden. Liegt der Wert deutlich über 100%, ist das ein Indiz dafür, dass auch Erweiterungs- und/oder Rationalisierungsinvestitionen getätigt wurden. Bei Werten unter 100% wurden nicht einmal die Wertminderungen der Sachanlagen ersetzt.

Musterbeispiel Vorjahr Aktuelles Jahr
Sachinvestitionen / Abschreibung Sachanlagen x 100 30 / 60 x 100 20 / 60 x 100
= Investitionsneigung = 50% = 33%

Hier kannst du gleichzeitig den Anlagenspiegel der Muster GmbH] ansehen.

Interpretation: Die Investitionsneigung lag mit in beiden Jahren mit 50% bzw. 33% deutlich unter 100%. Dies bedeutet, dass die Neuzugänge zum Sachanlagevermögen niedriger waren als Wertminderungen (Abschreibungen). Der Verschließ der Anlagen wurde in beiden Jahren nicht durch Neuanschaffungen ersetzt.


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