Grundannahmen
Aus WIGBIT
Die so genannten Grundannahmen bilden das Fundament dieser erfolgreichen Kommunikationsstrategie. NLP bietet die Möglichkeit, fernab jeglichen Zwangs und Anspruchs auf die alleinige Wahrheit ein System von Annahmen kennen zu lernen, das sich in der Praxis als äußerst nützlich erwiesen hat.
Manchmal werden die Grundannahmen des NLP auch als Glaubenssätze bezeichnet. Glaubenssätze verleiten mitunter zu Glaubenskriegen. Dies widerspricht dem humanistischen Weltbild des NLP. Deshalb sprechen wir bewusst von Grundannahmen.
Inhaltsverzeichnis |
Grundannahme: Landkarten
Jeder Mensch hat seine/ihre eigene Vorstellung von der Welt und sich selbst in dieser Welt, aber diese Vorstellung kann anders sein als die Welt tatsächlich ist. Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
Eine kleine =>> Geschichte zu Landkarten
Das Wesen unserer Kommunikation ist diesem Beispiel ähnlich. Wir nehmen uns selbst und die Welt, in der wir leben, auf eine ganz persönliche Art und Weise wahr. Wir erschaffen uns unsere eigene Welt - unsere eigene innere Landkarte. Und obwohl diese Landkarte nicht dem realen Bild der Welt entspricht, richten wir unser Leben danach aus.
Wir agieren und reagieren also gewissermaßen nicht auf die Realität, sondern vielmehr auf ein persönliches Modell davon. Wir können nicht anders. Denn ständig zu überlegen, ob hinter dem, was wir sehen, hören oder fühlen, etwas anderes steckt, würde uns zu sehr ermüden.
Persönliche Landkarten werden nicht nach richtig oder falsch beurteilt. Verschiedene Menschen haben einfach verschiedene Landkarten der Welt und alle haben ihre Berechtigung. Es gibt keine falsche Sicht und keine richtige Landkarte. Im NLP ist die Landkarte unseres Gegenübers gleichberechtigt mit unserer eigenen.
Aber: Manche Landkarten können nützlicher als andere sein! Im NLP werden die persönlichen Landkarten anhand eines wichtigen Merkmals unterschieden: der Nützlichkeit. Wenn wir ein bestimmtes Ziel vor Augen haben, kann eine Landkarte in Hinblick auf dieses Ziel nützlicher sein als eine andere. Bestimmte Überzeugungen können uns besser dabei unterstützen, ein Ziel zu erreichen, als andere. Wir können unsere Landkarten überprüfen, verbessern und anpassen.
Merke:
NLP geht davon aus, dass wir unsere Einstellungen und Glaubenssätze verändern können, wenn wir feststellen, dass sie uns behindern oder schaden.
Grundannahme über Senden und Empfangen
Wir können nicht nicht kommunizieren. Die Bedeutung von Kommunikation liegt darin, wie etwas beim/bei der EmpfängerIn ankommt, unabhängig von der Absicht des/der SenderIn.
Wir wissen, dass der größte Teil der Kommunikation nicht aus verbalen, sondern aus nonverbalen Signalen besteht. Selbst das Nichtbeachten der/des Anderen ist eine deutliche Botschaft, die möglicherweise anders verstanden wird, als von uns beabsichtigt war. In diesem Sinn beginnt die Kommunikation, sobald sich Menschen begegnen. Oder, wie in der Grundannahme ausgedrückt: „Wir können nicht nicht kommunizieren“.
Für erfolgreiche Kommunikation sind weniger die Absichten und die Kenntnisse der/des SenderIn entscheidend, sondern wie die Botschaft bei der/beim EmpfängerIn ankommt, was sie auslöst oder wie darauf reagiert wird.
Eine kleine =>> Geschichte zum Senden und Empfangen von Botschaften ...
Merke:
Nicht die Absicht, sondern Resultate zählen.
Das erfordert eine an den EmpfängerInnen orientierte Kommunikation, d.h. ein/e NLP-KommunikatorIn stellt sich auf ihr/sein Gegenüber ein. Wie kommuniziert wird, hängt also weniger von der Stimmung der SenderInnen ab, sondern von der Verfassung der EmpfängerInnen. Darauf sollten NLP-KommunikatorInnen sich einstellen.
Die Verantwortung für die Kommunikation liegt bei dir, bei dem/der UrheberIn. Wenn andere Menschen etwas nicht verstehen, variiere so lange bis du die Antwort bzw. das Ergebnis erhältst, das du haben willst. Es kommt nicht darauf an, was du gemeint hast, sondern was dein Gegenüber verstanden hat. Es könnte sein, dass du in der Kommunikation von deiner Landkarte ausgehst, die andere Menschen nicht kennen können.
Wir beeinflussen die Welt, in der wir leben, mit allem, was wir tun oder unterlassen: Ob wir wollen oder nicht, unser Körper spricht. Wir wissen jedoch nicht, wie diese Sprache von der inneren Landkarte anderer Menschen interpretiert wird. Denn individuelle Wahrnehmungen durchlaufen eine Vielzahl von Filtern, die wir uns im Laufe unserer persönlichen Geschichte angeeignet haben.
Grafik und Video Wie bei unserem hilfsbereiten Fisch ...
Grundannahme: Die beste Entscheidung
Wir treffen innerhalb unseres Modells der Welt immer die beste uns zur Verfügung stehende Wahl.
Eine kleine =>> Geschichte zur besten Entscheidung
Das NLP geht davon aus, dass jeder Mensch immer sein/ihr Bestes gibt. Damit ist gemeint, dass das Verhalten jedes Menschen sein/ihr bestmögliches Verhalten in dieser Situation ist. Wir alle haben unsere eigene Geschichte. So haben wir auf Grund unserer Erfahrungen und Vorbilder Verhaltensweisen und Glaubenssätze übernommen, die unserer Meinung nach für unser Leben nützlich sind. Auch wenn diese Verhaltensweisen objektiv nicht nützlich oder sogar schädlich sind, sind sie das, wozu wir in dieser Situation in der Lage sind.
Unser Verhalten ist ein permanentes Treffen von Entscheidungen. In jeder Sekunde treffen wir unbewusst Entscheidungen, die unser Verhalten beeinflussen. Verhält sich demnach unser Gegenüber scheinbar undiplomatisch, ist in diesem Augenblick in seinem/ihrem Modell keine bessere Wahlmöglichkeit vorhanden. Hätte er/sie in diesem Augenblick andere, angemessenere Möglichkeiten – er/sie würde sie nutzen.
Das NLP geht von folgender Annahme aus: Je mehr Wahlmöglichkeiten wir in einer Situation haben, desto flexibler können wir reagieren und desto größer sind die Chancen, dass wir das gewünschte Resultat erreichen.
Wer in einer Situation nur eine oder zwei Möglichkeiten zur Auswahl hat, steckt schnell fest und weiß nicht mehr weiter, wenn diese Varianten sich als unbrauchbar herausstellen. Dann wird das Ziel oft aufgegeben. Viele verschiedene Handlungsoptionen ermöglichen uns, flexibel auf Einflüsse von außen reagieren zu können und unsere Strategie den Umständen anzupassen.
Tipp:
Solltest du beim nächsten Meeting auf jemanden treffen, die/der aus deiner Sicht widersinnig handelt, blicke genauer hin und erkenne, dass dieser Mensch anhand ihrer/seiner Wahlmöglichkeiten gerade das Beste tut. Eröffne ihr/ihm deshalb weitere Wahlmöglichkeiten und ihr/sein Verhalten wird sich wahrscheinlich ändern.
Diese Erkenntnis wird auch deine eigene Wahlmöglichkeit erweitern und dadurch deine Flexibilität steigern.
Grundannahme: Positive Absicht
Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.
Eine kleine =>> Geschichte über positive Absichten
Jedes Verhalten resultiert aus einer für die jeweilige Person positiven Absicht. Da letzten Endes jedoch das Resultat des Verhaltens entscheidend ist, gilt es zu prüfen, ob die Absicht auch dem tatsächlichen Ergebnis entspricht. Was ist das dahinter liegende positive Ziel? Wurde es durch das gewählte Verhalten erreicht?
Wahrscheinlich erkennst du schon jetzt, dass es sinnvoll ist, – etwa in Verhandlungen – die positive Absicht deiner VerhandlungspartnerInnen zu würdigen. Die gewonnene Akzeptanz kannst du dann nutzen, deinen alternativen Weg anzubieten.
--> Grafikk und Video Ein kurzer Film über gut gemeinte Hilfe – die in diesem Fall das Gegenteil bewirkt hat …
Grundannahme: Problemlösung
Wir haben bereits alles in uns, was wir brauchen, um Probleme zu lösen.
Wir alle besitzen die Ressourcen und Fähigkeiten, die wir für notwendige Veränderungen brauchen. Ressourcen können Erfahrungen, Erinnerungen, Wissen oder Bilder sein, die uns bei einem Problem weiterhelfen. Oft können wir aber nicht über sie verfügen, weil wir keinen Zugang zu diesen Ressourcen haben. Im NLP geht man davon aus, dass in jedem Menschen alle nötigen Elemente vorhanden sind, die er/sie zur Lösung eines Problems braucht. Diese Ressourcen gilt es verfügbar zu machen.
Viele Einschränkungen, denen du dich im Leben ausgesetzt fühlst, sind Teil deines Modells der Welt und sie existieren lediglich in deiner Wahrnehmung.
Zitat:
Wir haben es in unserem Leben ständig mit großartigen Gelegenheiten zu tun, die brillant als unlösbare Probleme getarnt sind. (John Gardner)
Grundannahme: Feedback
Jede Reaktion ist Feedback. Es gibt keinen Misserfolg. Es gibt nur Resultate.
Der Spiegel unserer Kommunikation ist die Reaktion, die wir bekommen. In politischen Diskussionen gehen wir immer wieder davon aus, dass unsere Botschaften klar, verständlich und ohnedies für alle nachvollziehbar sind.
Umso mehr irritiert es uns, wenn die Reaktion, die wir erhalten, nicht unseren Erwartungen entspricht. Kommunikation ist das, was ankommt. Nicht deine Absicht, sondern die tatsächliche Reaktion deines/deiner GesprächspartnerIn bildet die Bedeutung deiner Kommunikation. Demnach gibt es in der zwischenmenschlichen Kommunikation keine Fehler, sondern nur Feedback.
Lass dich also nicht durch vermeintliche Kommunikationsfehler bremsen, denn selbst unerwartete Reaktionen sind wertvolle Einblicke in die Welt anderer Menschen.
Zitat:
Wenn du immer das tust, was du schon immer getan hast, wirst du immer das bekommen, was du schon immer bekommen hast. Wenn das, was du tust, nicht wirkt, tu etwas anderes. (Richard Bandler)
Im NLP wird davon ausgegangen, dass Methoden und Prozesse für verschiedene Menschen ganz unterschiedlich wirken können. Wenn du merkst, dass du mit einer Methode nicht weiterkommst oder eine Technik für dich nichts bringt, dann gilt es, flexibel zu sein und eine andere Methode auszuprobieren - und das nötigenfalls solange, bis du die Methode gefunden hast, die für dich funktioniert.
Aus dieser Vorannahme lässt sich folgende Erfolgsformel ableiten:
- Mache dir dein Ziel klar und behalte es in jeder Sekunde im Auge. Überprüfe konsequent, ob du dich mit dem, was du tust, deinem Ziel näherst oder nicht.
- Nutze das Feedback und verändere so lange deine Strategie, bis du es geschafft hast oder bis du vielleicht ein besseres Ziel gefunden hast.
--> Grafik und Video PS: Alles, was passiert, ist Resultat :-) so auch hier ...
Grundannahme: Wirklichkeit
Wirklichkeit ist das, was wirkt.
Eine kleine =>> Geschichte über die Wirklichkeit
Du wirst feststellen: Es gibt keine objektive und richtige Form, denn jede Form taucht aus einem bestimmten Standpunkt der/des BeobachterIn auf. Du kannst jetzt den Weg des geringsten Widerstandes gehen und versuchen, möglichst alle Standpunkte einzunehmen. Du kannst dir aber wohl schon denken, was dann passiert – du wirkst unklar und chaotisch, und es ist überhaupt kein echter Standpunkt mehr auszumachen.
Merke:
Ohne den/die BeobachterIn und dessen/deren Standpunkt haben die Dinge keine Gestalt und keine Wirklichkeit in dem Sinn, wie wir Wirklichkeit verstehen. Was wir für Wirklichkeit halten, entsteht im Beobachter oder in der Beobachterin.
Die Wirklichkeit wird erst durch unsere Wahrnehmung konstruiert. Man könnte formulieren: Nicht nur das Sein, auch der Schein bestimmt das Bewusstsein!
Zur Abrundung der Grundannahmen …
Achte stets auf deine Gedanken.
Sie werden zu Worten.
Achte stets auf deine Worte.
Sie werden zu Taten.
Achte stets auf deine Taten.
Sie werden zu Gewohnheiten.
Achte stets auf deine Gewohnheiten.
Sie werden zu deinem Charakter.

