Globale Arbeitswelt
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Spirale nach unten
Unter den Vorzeichen der "freien Marktwirtschaft" bedeutet Globalisierung den wachsenden Wettbewerb zwischen Ländern, Belegschaften und Lohnabhängigen allgemein.
Sie wirkt auf verschiedenen Ebenen, wenn es um die betrieblichen, industriellen, sozialen und kulturellen Auseinandersetzungen vor Ort geht; sie bedeutet meist wachsende Konkurrenz und eine Unterbietungs-Spirale, die am Ende nur wenigen nutzt und viele ausschließt. Globalisierung, wie wir sie derzeit erleben, verschärft dabei bestehende Ungleichheiten oder schafft neue.
Die Sintel-Arbeiter des spanischen Telekommunikationsunternehmens Telefonica erlebten das 2002 so:
aus "El Efecto Iguazu" von Pere Joan Ventura
Arbeitslosigkeit
Quelle: ILO Bericht "Global Employment Trends 2005"
Zur Studie der ILO media:Global Employment Trends 1995-2005.pdf (englisch, 406k),
Presseinformation zur ILO-Studie "Global Employment Trends 1995-2005" (englisch, 91k).
Zur Rekord-Arbeitslosigkeit in Österreich in 2005, sofern von einem "Rekord" gesprochen werden kann, brauchen wir wohl nichts zu sagen.
Günter Hefler et. al untersuchen die gängige Konstruktion von Wissen über Arbeitslosigkeit. Von der Datenerhebung über die mediale Berichterstattung bis zur politischen Debatte sind vielfältige soziale Konstruktionen am Werk. Dadurch erscheint der Berichtsgegenstand weniger als eindeutiger Tatbestand denn als umkämpftes Feld widerstreitender Interessen.
"Chiffren der Gegenwart, Mediale Berichterstattung zur Arbeitsmarktstatistik im internationalen Vergleich (Deutschland, Portugal, Österreich)" (179k) von Heidelinde Hammer, Günter Hefler, Eva Krivanec und Karoline Rumpfhuber (node austria)
Konkurszahlen
2005 war ein Pleitenrekordjahr

Die Zahl der Firmenpleiten und Privatkonkurse in Österreich ist im Jahr 2005 nach endgültigen Berechnungen des Alpenländischen Kreditorenverbandes um knapp 13,4% auf 13.557 Fälle (7.050 Firmenpleiten und 6.507 Privatkonkurse) explodiert und hat damit einen neuen Rekord erreicht. Insgesamt waren durch die Konkurse 29.000 Arbeitsplätze betroffen.
Die meisten Pleiten gab es diesmal unter den Gaststätten bzw. in der Hotellerie (1.150) - damit wurde die Baubranche an der Spitze der Insolvenzstatistik abgelöst. Die Baukonjunktur lief 2005 vergleichsweise gut, insgesamt wurden 986 Betriebe im Haupt- und Nebengewerbe insolvent. 2004 waren es mehr als 1.000 Fälle gewesen. An dritter Stelle 2005 rangiert die Transportbranche mit 647 Insolvenzen. Die meisten Pleiten mit insgesamt 3.676 Fällen gab es 2005 in Wien, gefolgt von Oberösterreich mit 2.056 Pleiten und Niederösterreich mit 1.742 Fällen. (Quelle: derStandard.at, 04.01.2006)
Auf 10.000 Firmen kamen 288 Pleiten, das ist 2005 EU-Rekord.
Die Rolle der sogenannten "Ich-AGs"
"Ich-AGs", die der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx in seiner Studie 1997 noch als hip verkaufte, sind zwischenzeitlich zu einer der Hauptursachen für Privatkonkurse geworden.
Anlässlich der Wirtschaftskammerwahl 2005 dachte man plötzlich an die annähernd 70% Mitglieder an KleinstunternehmerInnen und es wurde erinnerlich, dass es da mal so etwas wie "Soziale Sicherung" gab. Die Betroffenen selbst fühlen sich allerdings nicht durch die Wirtschaftskammer vertreten.
Die absichtliche Verwirrung um Begrifflichkeiten wird um ein zynisches "ENA" (Einzelkämper nicht allein) oder "EPU" (EinPersonenUnternehmen) bereichert. Bloß, als ich bei der Wirtschaftskammer anrief, konnte man nicht einmal mit dem Begriff "KMU" (Klein- und MittelUnternehmen) etwas anfangen.
Fragwürdig ist auch die Rolle des Arbeitsmarktservices, das - gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds - die KlientInnen in eben jene Beschäftigungsverhältnisse treibt.
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