Effizienz-Orientierung
Aus WIGBIT
- Qualitätsmanagement setzt in erster Linie bei der Prozessqualität, nicht aber bei der Strukturqualität an.
- Qualitätsmanagement strebt optimale, nicht maximale Qualität an.
- Schlechte Qualität ist teuer: "Quality is free".
Der Effizienz-Begriff
Der Effizienz-Begriff im Qualitätsmanagement bedeutet in erster Linie "Angemessenheit des Aufwandes im Verhältnis zum Ergebnis". Daraus ergibt sich, dass man gute Qualität erzielen kann, wenn ...
- mit gleichen Mitteln (Ressourcen) höhere Qualität erzielt wird.
- mit weniger Mitteln (Ressourcen) das Qualitätsniveau erhalten wird.
Dies gilt natürlich auch für die praktische Arbeit an Qualität - für den effizienten Einsatz von Arbeit an Qualität.
Die Strukturqualität zu heben bzw. ausgeglichen zu halten ist eindeutig Aufgabe der Führung. Die Instrumente des Qualitätsmanagements zur Bearbeitung der Strukturqualität einzusetzen, bedeutet in den meisten Fällen Verschwendung - für die Bearbeitung der Strukturqualität gibt es bessere, effizientere Instrumente.
Angestrebt wird nicht alles, was machbar ist, sondern alles, was sinnvoll ist in Bezug auf die Erreichung eines Zieles bzw. zur Bewältigung einer Aufgabe.
Schlechte Qualität kostet immer Geld, Kraft, Nerven etc. - würde es gelingen, diese "Fehlerkosten" einzusparen, stünden diese Mittel zur Sicherung bzw. Verbesserung der Qualität zur Verfügung.
Dimensionen der Qualität
In Fachkreisen unterscheidet man drei Arten von Qualität, die zueinander in einer Wechselbeziehung stehen:
Grafik: Dimensionen der Qualität
Strukturqualität
beschreibt die Qualität der eingesetzten Mittel wie:
- Personal,
- Gebäude,
- Ausstattung,
- Einrichtung ...
Prozessqualität
beschreibt die Qualität der Abläufe und Verfahren wie:
- Wartezeiten bis zur Erledigung der Aufgabe,
- Angemessenheit der Inanspruchnahme von Leistungen,
- Verbrauch von Ressourcen,
- Vollständigkeit/Aussagekraft eines Befundes,
- Vollständigkeit/Nachvollziehbarkeit eines Falles ...
Ergebnisqualität
beschreibt die Qualität der Resultate wie:
- Veränderungen des Schweregrades physischer, sozialer Funktionen
- Mortalität, Hospitalismusfälle
- Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden, der Mitarbeiterschaft ...
Wechselbeziehungen der Qualitätsdimensionen
Die drei Qualitätsdimensionen stehen miteinander in Beziehung und beeinflussen sich gegenseitig:
Das Verhältnis zwischen Struktur- und Ergebnisqualität
beschreibt immer das Aufwand/Nutzen-Verhältnis und ist sowohl Aufgabe der Führung als auch des Qualitätsmanagements durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Es bezieht sich auf die Beantwortung der Frage:
"Bedeuten mehr Ressourcen gleichzeitig mehr bzw. bessere Ergebnisse?"
Die Beziehung zwischen Struktur- und Prozessqualität
wird durch die wirtschaftliche Effizienz beschrieben und ist reine
Führungsverantwortung.
Sie bezieht sich auf die Beantwortung der Frage:
"Wie viele Mittel stehen zur Verfügung und in welchen Prozessen sollen diese Mittel eingesetzt werden?"
Die Beziehung zwischen Prozess- und Ergebnisqualität
wird durch die technische Effizienz definiert, und diese liegt im
Aufgabenbereich aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Führungskräfte des Qualitätsmanagements.
Hier geht es um die Beantwortung der Frage:
"Wie kann ich mit weniger Ressourcen die gleiche Qualität bzw. mit gleichen Ressourcen mehr Qualität erzeugen?"
