Corporate Social Responsibility
Aus WIGBIT
Corporate Social Responsibility (im folgenden kurz CSR, deutsch: gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) steht für die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen und soll zu transparenter, sozialer, ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Unternehmensführung führen.
Mit CSR werden folgende Ansätze verfolgt:
- Anpassung an den Wandel: sozial verantwortliche Umstrukturierung;
- Gestaltung der Arbeitsverhältnisse, z.B. Chancengleichheit, Weiterbildung auch für gering Qualifizierte, Ausbildung von Jugendlichen, altersgerechte Arbeitsplätze, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie;
- Unterstützung der Entwicklung des regionalen Umfeldes, z.B. Nutzung lokaler Ressourcen, Verzicht auf aggressive Marketingmethoden, die lokale und regionale soziale Gefüge zerstören und eigenständige Entwicklungen der Region verhindern;
- ArbeitnehmerInnenschutz: innovative Vorgehensweisen im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz;
- Umwelt: Emissionsreduktion, insbesondere Klimaschutz, Ressourcenschonung und Förderung der Kreislaufwirtschaft, Erhaltung von Naturräumen und der Artenvielfalt.
Markenhersteller fürchten Image-Schäden
Blutiges Tantal aus dem Kongo für unsere Handys:
R: Michael Houben, D 2002
Keine sauberen Produktionsbedingungen? Noch besser als die Marke zu wechseln ist ein Schreiben an die Firma:
R: Michael Houben, D 2002
Klaus Werner recherchierte umfassend für das Buch "Schwarzbuch Markenfirmen".
Freiwilligkeit des CSR
CSR basiert auf der Freiwilligkeit eines Unternehmens. Es kann daher auch als Marketing-Gag verstanden werden.
Während gesetzliche Regelungen laufend unterminiert werden, gibt es zahlreiche Ansätze zur Normierung und Kontrollierbarkeit von gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, also CSR:
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, UNO
- ILO-Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik
- UN-Global Compact
- OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
- seitens der Europäischen Union wie auch die Europäische Menschenrechtskonvention, die Europäische Sozial-Charta und die Europäische Nachhaltigkeitsstrategie
- abgesehen vom UN-Protokoll von Kyoto über Klima-Änderungen, u.a. die UNECE Umweltverträglichkeitsprüfung (Espoo)
- ISO 2600
Und es gibt die Realitäten der Unternehmen:
Video "Wunder gibt es nicht - Die Verschwundenen von Mercedes Benz in Argentinien" von Gaby Weber, AR 2003
Die Position der Zivilgesellschaft zu CSR
CSR-Bestrebungen dürfen daher aus Sicht der ArbeitnehmerInnen-Interessensvertretungen und Nichtregierungsorganisationen in Österreich weder gesetzliche oder kollektiv-vertragliche Rahmenbedingungen aushöhlen noch verbindliche Regelungen zurück drängen. Daher sollten
- CSR-Instrumente keine Elemente enthalten, die gesetzlichen Regelungen und internationalen Vereinbarungen widersprechen;
- CSR-Prozesse nicht die Notwendigkeit von BetriebsrätInnen in Frage stellen;
- CSR-Maßnahmen nicht die betriebliche Mitbestimmung und Betriebsvereinbarungen ersetzen;
- CSR-Initiativen nicht die Weiterentwicklung der nationalen und internationalen Umwelt- und Sozialgesetzgebung in Frage stellen.
Zur ausführlichen (29k). Diese gedifo-Initiative getragen von ÖGB, Arbeiterkammer, Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ), ÖkoBüro und amnesty international hat sich zwischenzeitlich zum "Netzwerk Soziale Verantwortung" (NESOVE) formiert.
Der in der EU-Kommission für CSR zuständige Beamte, Dominique Bé, antwortete in einem stay tuned-Interview, dass Steuern zahlen Grundvoraussetzung für jegliche gesellschaftliche Verantwortung sei, aber in nationalstaatlicher Verantwortung liege.
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