Abkürzungen und Glossar

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Inhaltsverzeichnis

A

ABCDE
Annual Bank Conference on Development Economics / Jährliches "akademisches" Weltbanktreffen
ADB
Asian Development Bank / Asiatische Entwicklungsbank, Teil der Weltbank-Gruppe
ACP-Staaten
African Caribbian and Pacific / 71 Afrikanische, Karibische und Pazifische Staaten, im wesentlichen europäische Ex-Kolonien, mit der europäischen durch die Lomé-Convention verbunden
Africa Bill
Handelsabkonmmen zwischen den USA und schwarzafrikanischen (subsaharan) Staaten über Stoffe und Textilien (eine generelle Freihandelszone ist beabsichtigt), das US-amerikanischen Textilkonzernen ungehinderten Zutritt auf den afrikanischen Markt ermöglichen soll
AFTA
siehe ASEAN
ALBA
Alternativa Bolivariana para la America / Bolivarianische Alternative für Amerika
ALCA
Área de Libre Comercio de las Américas / Freihandelszone für ganz Amerika (FTAA Free Trade Area of the Americas)
Die für 2005 geplante Ratifizierung scheiterte zunächst am massiven Widerstand mehrerer Lateinamerikanischer Länder. Das FTAA basiert auf der seit 1994 bereits bestehenden Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA, geht aber in seiner Ausdehnung (34 Staaten mit Ausnahme von Kuba) und Verbindlichkeit weit darüber hinaus. Zum gegenwärtigen Verhandlungsstand umfaßt das FTAA alle Bestandteile des in der WTO verhandelten Dienstleistungsabkommens GATS sowie die im gescheiterten MAI enthaltene Ermächtigung für Konzerne, Regierungen auf Schadensersatz in Milliardenhöhe zu verklagen.
AoA
Agreement on Agriculture / WTO-Abkommen zur Landwirtschaft
APEC
Asiatisch-Pazifische Freihandelszone als Gegenstück zur NAFTA
Mitgliedstaaten: Australien, Brunei, Kanada, Chile, China, Indonesien, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Philippinen, Singapur, Süd-Korea, Taiwan, Thailand, USA
ASEAN
Association of Southeast Asian Nations, Südost-asiatischer Wirtschaftsblock, 1967 gegr., jetzt 8 Mitgliedstaaten, auf dem 4. Gipfeltreffen (1992) wurde die Bildung einer Südost-Asiatischen Freihandelszone innerhalb der nächsten 15 Jahre beschlossen: ASEAN Free Trade Area (AFTA)
ASEM
Asia Europe Meeting, jährliches Treffen der Staatsoberhäupter der EU und 10 Asiatischer Mitgliedstaaten

B

BCNI
Business Council on National Issues, größter kanadischer Industrie-Lobbyverband, 1976 durch die Vorsitzenden des US-Konzerns "Imperial Oil and Noranda" gegründet. Unter seinen 30 Mitgliedern finden sich die Vorsitzenden verschiedener Banken und Konzerne, u.a. AirCanada, AT&T, Bechtel, Bombardier, Canadian Pacific, Cargill, Dupont, General Motors, Hewlett-Packard, Loram, MacMillan Bloedel, Mitsubishi, Monsanto, Nestle, Northern Telecom, Petro Canada und Placer Dome
BIAC
Business and Industry Advisory Committee / offizielle Unternehmerstimme in der OECD
Bilateral Investment Treatie
bilaterale Investitionsverträge, ursprünglich hauptsächlich auf europäische Länder begrenzt haben; bilaterale Investitionsabkommen seit Anfang der 1980er Jahre explosionsartig weltweit zugenommen, v.a. zwischen OECD-Staaten und asiatischen Entwicklungsländern. Die unüberschaubare Fülle hat die OECD dazu veranlasst, stattdessen ein multilaterales Investitionsabkommen (MAI) zu schaffen
Biodiversität
der Artenreichtum in Fauna und Flora
Biopiraterie
die Ausbeutung der Biodiversität durch Gentechnologie-Konzerne mit Hilfe des TRIPs-Abkommens der WTO
BIP
Bruttoinlandsprodukt - ein Maß für die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Es entspricht im Wesentlichen der Summe aller Erwerbs- und Vermögenseinkommen zuzüglich der Abschreibungen. Das BIP gibt alle neu zur Verfügung stehenden Waren- und Dienstleistungen zu ihren Marktpreisen an, die im Inland innerhalb einer definierten Periode von In- und Ausländern hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Siehe dazu auch Wikipedia.
Bretton Woods (1947)
Konferenz in Bretton Woods (USA); hatte die Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF) und der Weltbank (WB) zur Folge; eine geplante Internationale Handelsorganisation ITO (International Trade Organization) kam nicht zustande, dafür im darauffolgenden Jahr das GATT
Built-In Agenda
beschlossen in Marrakesch um die nicht abgeschlossenen WTO-Verhandlungen weiterzuführen, insbesondere das GATS, das Landwirtschaftsabkommen (AoA) und das TRIM Abkommen.


C

CIME
Committee on International Investment and Multinational Enterprises / Kommittee für internationales Investment und multinationale Konzerne
CMIT
Committee on Capital Movements and Invisible Transactions / Kommittee für Kapitalbewegungen und unsichtbare Transaktionen
Codex Alimentarius Commission
Elite-Club von Wissenschaftlern der WHO und FAO mit Sitz in Genf, weitestgehend kontroliert von Nahrungsmittel- und Agrokonzernen und ursprüglich bestimmt, die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten und technische Standards zu setzen. Aber selbst aus wissenschaftlicher Perspektive gibt es eine andauernde intensive Auseinandersetzung darüber inwieweit biotechnologisch veränderte Nahrung sicher für den Verzehr und die Umwelt sind.
CSR
Corporate Social Responsibility / Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen


D

DSU
Dispute Settlement Understanding / Streitschlichtungsübereinkommen der WTO
DSB
Dispute Settlement Body / Streitschlichtungskörperschaft, so wie sie auch von der WTO genutzt wird

E

EBRD
European Bank for Reconstruction and Development / Europäische Entwicklungsbank, Teil der Weltbank-Gruppe. Unter anderem bekannt dafür, dass sie Atomkraftwerke (Temelin, Chernobyl) und große Staudämme in Osteuropa finanziert
ECOFIN
EU-Einrichtung der nationalen Wirtschafts- und FinanzministerInnen (ECOnomy und FINnances) und der Vorsitzenden der Europäischen Zentralbanken
ERT
European Round Table of Industrialists / größter europäischer industrieller Lobbyistenverband, 1983 gegr., Sitz in Brüssel; Ziel: Einflussnahme auf die Europapolitik (Vorsitzender: Helmut Maucher, Nestlé)

F

FAO
Food and Agriculture Organisation / Unterorganisation der UN
Die Bestimmung der FAO ist der Schutz der Interessen von Kleinbauern in der Dritten Welt. Allerdings unterstützte der FAO-Vorsitzende öffentlich die Biotechnologie-Industrie, um die Entscheidungen auf dem G8-Gipfel 2000 in Okinawa zu beeinflussen, wo genetisch manipulierte Nahrung ein Thema war. Darüberhinaus verrät ein an die Öffentlichkeit gelangtes internes Dokument von Monsanto, dem größten Gen-Konzern, wie die FAO und die WHO systematisch von der Unternehmens-Lobby zur Durchsetzung ihrer Interessen mißbraucht werden. Außerdem werden über das Welt-Nahrungprogramm der FAO (World Food Program, WFP) die von VerbraucherInnen in den Industriestaaten abgelehnten genetisch manipulierten Nahrungsmittel unter dem Vorwand der Hungerbekämpfung an Frauen und Kinder in der Dritten Welt weitergegeben. Auf diese Weise werden die Gelder der FAO zu Subventionen für die Biotechnologie-Industrie.
FDI
Foreign Direct Investment / Ausländische Direktinvestition,gewinnt zunehmend an Bedeutung, ungleich rascheres Wachstum als das Bruttosozialprodukt
FPZ
Freie Produktionszone
FTAA
Free Trade Agreement of the Americas (siehe span.: ALCA)

G

G8
Jährliches Treffen der mächtigsten Staaten der Welt (USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan und Russland), auf denen die gemeisame (Wirtschafts-)Politik abgestimmt wird
GATT
General Agreement on Tariffs and Trade / Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen der WTO
GATS
General Agreement on Trade in Services / Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen der WTO
GMOs
genetisch modifizierte Organismen / GVOs genetisch veränderte Organismen


H

HIPC
high indepted poor countries - hoch verschuldete arme Länder

Ungeachtet der Tatsache, dass die USA die mit Abstand höchstverschuldetste Nation ist, sind damit die durch den Würgegriff des IMF zahlungsunfähig gewordenen Länder der sog. Dritten Welt gemeint, siehe /www.erlassjahr.de


I

IADB
Inter-American Development Bank (spanisch BID) / Inter-Amerikanische Entwicklungsbank, Teil der Weltbankgruppe, fördert wie die anderen Mega-Projekte wie Staudämme, Pipelines, Interozeanische Kanäle usw. z.B. im Rahmen des Plan Puebla-Panamá (einer der Pläne im Rahmen des ALCA
ICC
International Chamber of Commerce / Internationale Handelskammer mit Sitz in Paris; mehr als nur ein Dachverband nationaler Handelskammern; Mitglieder sind auch einzelne TNCs; bezeichnet sich selbst als "Die" Weltwirtschaftsorganisation
ICFTU
International Confederation for Free Trade Unions / Internationaler Bund freier Gewerkschaften
ICSID
International Centre for Settlement of Investment Disputes) / Internationale Streitschlichtungskörperschaft bei Investitionsfragen
ILO
International Labor Organization / Internationale Arbeitsorganisation (eine Unterorganisation der UNO)
IMF
International Monetary Fond / IWFInternationaler Währungsfond
IOE
International Organization of Employers / Internationale Arbeitgeber-Organisation innerhalb der Vereinten Nationen


K

Kasinokapitalismus
schnelle Gewinne durch riskante Spekulationen


L

LDCs
Least Developed Countries / die 40 am wenigsten entwickelten und ärmsten Länder der Erde mit insgesamt rund 610 Millionen EinwohnerInnen, die keine Chance auf Beteiligung an internationalen Handels- und Investitionsabkommen haben
Lomé-Convention
Handelsabkommen zwischen der EU und den APC-Staaten; Lomé IV (1989)


M

maquila / maquiladora
(span. maquilar: "Mahlgeld abliefern“, "Goldmühle") Lohnfertigung für ausländische Unternehmen in steuer- und zollfreien Gebieten, sog. "zonas blancas"
MIA
Multilateral Investment Agreement / MAI multilaterales Investitionsschutzabkommen der WTO, vorerst gescheitert
MDGs
Millennium Development Goals / MEZ Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen
MERCOSUR
Mercado Comum do Sul / Gemeinsamer Markt Lateinamerikas, Freihandelszone im südlichen Amerika mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay

N

NAFTA
North American Free Trade Agreement / Nordamerikanisches Freihandelsabkommen zwischen Kanada, USA und Mexiko
NPO
Not-for-Profit-Organisation / nicht auf Profit ausgerichtete Organisation
NGO
Non Governmental Organzation / NROs Nichtregierungsorganisation
NTM
New Transatlantic Marketplace, beabsichtigte Freihandelszone nach Art des NAFTA zwischen den USA und der EU, aufgrund des Widerstandes Frankreichs jetzt als TEP weiterverhandelt


O

OECD
Organization for Ecomonic Cooperation and Development Organisation / Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit


R

R & D
Research and Development / Forschung und Entwicklung

S

SAFTA
South Asian Free Trade Agreement / Süd-Asiatisches Freihandelsabkommen
SAP
Structural Adjustment Programs / Strukturanpassungsprogramm des IWF
sweatshop
siehe maquila


T

TABD
Trans-Atlantic Business Dialogue / Forum zur Absprache zwischen den USA und der EU in Wirtschafts- und Handelsfragen; hier wurden insbesonders die Pläne für TEP (ehem. NTM) geschmiedet
TEP
beabsichtigte Freihandelszone nach Art des NAFTA zwischen den USA und der EU, siehe auch NTM
TNC
TransNational Corporation / transnationales Unternehmen; weltweit operierender Großkonzern
TRIMS
Trade-Related Investment Measures / WTO-Bestimmung über handelsbezogene Investitionsmaßnahmen zum Abbau von Investitionsschranken
TRIPs
Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights / Abkommen über handelsbezogene Aspekte des geistigen Eigentums
TUAC
Trade Union Advisory Committee / Gewerkschaftlicher Beratungsausschuss (bei der OECD)


U

UNCTAD
United Nations Conference on Trade and Development / Unterorganisation der Vereinten Nationen, die für Handel und Entwicklung zuständig ist
UNHCR
United Nations High Commissioner for Refugees / Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
UNICE
Union of Industrial and Employers' Confederations of Europe / Europäischer Arbeitgeberverband
UNO
auch UN United Nation Organisation / Vereinte Nationen
USCIB
US Council for International Business / 1945 gegr., größter US-amerikanische industrieller Lobbyistenverband


V

Volatilität
unberechenbare Wechselhaftigkeit (internationaler Finanzmärkte)

W

WBCSD
World Business Council for Sustainable Development
WEF
World Economic Forum / Weltwirtschaftsforum
WTO
World Trade Organization / Welthandelsorganisation



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